Germania Bilk
  Chronik Germania
 
Nach einer bereits 1881 erfolgten Gründung, die leider nicht lange standhielt, erfolgte 1897 eine erneuter Versuch durch 22 junge Leute von denen heute noch einige Namen in der Bilker Schützengeschichte sehr bekannt sind. Stellvertretend für diese sei nur der Name Peter Vogel genannt. Unter der zielbewussten Führung des ersten Hauptmanns Josef Maaßen und seines Stellvertreters Leopold Meuter wuchs die Germania und eroberte sich im Bilker Verein einen guten Namen, was nicht zuletzt dadurch bekräftigt wurde, das viele Kameraden aus unserem Kreise in führende Ämter berufen wurden und bis zum heutigen Tage tätig sind.

Es war merkwürdig, oder hatte es so sein sollen, dass gerade im Jahre 1922, in welchem wir das 25jährige Jubiläum feierten, unser Kamerad Leopold Meuter die Königswürde des Regimentes errang. Alles ist vergänglich, so erging es auch unserer ersten Fahne, die 1928 durch eine neue ersetzt wurde. Die feierliche Weihe fand am 3.Juni 1928 im Saal des „Deutzer Hofes“ statt und wurde vom damaligen Chef Jean Hinkel vorgenommen. Unter der neuen Fahne entwickelte sich die Kompanie auf eine Mitgliederzahl, von der wir heute nur träumen können.

1939 warf der 2. Weltkrieg seine Schatten voraus und brachte das Vereinsleben bis 1945 zum erliegen. Hier waren es die damalige Hauptleute Peter Vogel und Michael See, die aus den Trümmern heraus, unterstützt von einigen Kameraden und dem unbezwingbarem Schützengeist die Germania wieder aufleben ließen. Nach anfänglichen großen Schwierigkeiten feierten wir bereits 1947 das erste große Schützenfest nach dem Krieg und das 5ojährige Bestehen der Kompanie. Die Verhältnisse ließen große Feiern auch bei einem solche besonderem Anlass nicht zu. Um so größer war unsere Freude, als Josef Heck 1948 die Würde des Bilker Schützenkönigs erringen konnte. Für uns heute fast unvorstellbar, wurde zu dieser Zeit mit der Armbrust geschossen, da Gewehre jeglicher Art von der Militärregierung verboten waren.

Die Mitgliederzahl wuchs von Jahr zu Jahr und als Hans Ständer 1950 als dritter Germanist die Regimentskönigswürde errang, konnten wir uns mit Stolz eine große Kompanie nennen. Maßgeblich war an diesem Wachsen der unvergessene Hauptmann Peter Vogel beteiligt. Aber alle Kräfte lassen einmal nach und so legte er im Jahre 1952 sein Amt in die Hände des Mannes, der danach 28 Jahre nicht nur das Erbe verwaltete, sondern darüber hinaus um ein Vielfaches vermehrte, Benno Kiwitt.

Am 30. November des gleichen Jahres wählten die Bilker Schützen unseren Jakob Faasen zum Nachfolger des legendären Chefs „Schmitze Backes“. Wir waren mit Recht stolz auf unseren Kameraden.

Nach einem glanzvollen 6ojährigem Jubiläum verstarb am 6. Mai 1959 unser Ehrenhauptmann Peter Vogel. Bevor wir im Jahre 1967 unser 7ojähriges Jubelfest feiern konnten, mussten wir auch unser letztes Gründungsmitglied Franz Rau zur letzten Ruhe betten.

Auf dem Titularfest 1969 wurde unser Kamerad Heinz Hutmacher vom Chef als Major des Grenadierbataillons bestätigt. Im gleichen Jahr wurde unsrem Kameraden und Chef Jakob Faasen eine große Ehre zuteil. Aus der Hand des damaligen OB Becker erhielt er das Verdienstkreuz am Bande der BRD, womit seine Verdienste im Beruf und gleichermaßen im Heimatbrauchtum gewürdigt wurden. Den krönenden Abschluss dieses Jahres bildete nach dem Schützenfest, auf welchem wiedereinmal ein Germanist die Königswürde errang, der große Krönungsball in der Rheinhalle für unser Königspaar Klaus Heinze mit seiner Margret.

Auf dem Schützenfest 1970 gelang es der Germania, erstmalig in der Geschichte des Bilker Vereins, im zweiten Jahr hintereinander den Regimentskönig zu stellen. Ferdi Antkowiak löste den amtierenden König Klaus Heinze ab und beschied uns mit seinem glücklichen Schuss ein wunderschönes Schützenfest. Im gleichen Jahr wurde Klaus Heinze als Jugendwart in den Hauptvorstand berufen.

Das 75jährige Bestehen im Jahre 1973 war der nächste Höhepunkt unseres Vereinslebens. Als Geschenk zu unserem Jubiläum verschönerten wir den Festzug mit einer englischen Militärkapelle, was über die Grenzen Bilks hinaus großen Anklang fand.

Am 24. Juli 1973 trugen wir unseren Kameraden und ehemaligen Major Heinrich Hochhausen zu Grabe. Er gab jahrelang durch seine Persönlichkeit unserem Bataillon ein besonderes Gepräge. Im gleichen Jahr wählten die Bilker Schützen unseren Kameraden Klaus Heinze zum 2. Chef. Er wurde damit Nachfolger des aus Altersgründen nach 45jähriger Vorstandstätigkeit ausgeschiedenen Dr. Franz Hecker.

Das Jahr 1975 war nicht nur wegen des So0jährigen Jubiläum unseres Vereins mit Besonderheiten für die Germania gefüllt. Unser Kamerad Heinz Hutmacher wurde von der Generalversammlung zum Oberst gewählt. In einer Feierstunde zur 500 Jahrfeier überreichten die Bilker Heimatfreunde dem Verein eine Regimentsstandarte. Erster Träger wurde unser Kamerad Heinz Kohn, der bis dahin 18 Jahre lang die Kompanie-Fahne getragen hatte. Auf dem Schützenfest zum Jubiläumsjahr wurde unserem Kameraden Franz See eine besondere Ehre zuteil. Er wurde für seine 7ojährige Mitgliedschaft in unserem Verein ausgezeichnet. Ein bis dahin einmaliges Ereignis.

Der Regimentskrönungsball in der Rheinhalle stellte gleich drei Germanisten ins Rampenlicht.

Zunächst erfolgte die offizielle Verabschiedung unseres Chefs Jakob Faasen, der sein Amt in die Hände des heutigen Chefs Franz Ketzer legte. Überwältigt ließ Jakob Faasen die Abschiedrede, in vollendeter Form vom 2. Chef Klaus Heinze gehalten, die anschließende Ernennung zum Ehrenchef und die abschließend dargebrachten, nicht enden wollenden stehenden Ovationen über sich ergehen.

Aus der hand des damaligen OB Klaus Bungert erhielt Heinz Hutmacher seine Oberstkette. Als zu der Zeit wohl jüngster Stadtordenträger dürfte an diesem Abend unser Kamerad Heinz Kohn geehrt worden sein.

Am 3. Februar 1978 trugen die Bilker Schützen unter einer selten großen Beteiligung ihren Ehrenchef Jakob Faasen zu Grabe.

1980 legte unser hochverdienter Hauptmann Benno Kiwitt sein Amt in die Hände von Winfried Langerbeins. Die Ernennung zum Ehrenhauptmann war nur ein kleiner Dank der Kameraden in der langen Reihe der Ehrungen und Auszeichnungen die Benno Kiwitt für seine jahrelangen Verdienste erfahren hatte. Ein erneuter Hauptmannswechsel fand 1986 statt. Norbert Borrenkott löste Winfried Langerheins in seinem schweren Amt ab.

Zum 9ojährigen Jubiläum veranstalteten wir ein großes Biwak auf der Benzenberg Strasse. Diese Biwak bildete zusammen mit unserem Schützenfest den Höhepunkt dieses Jahres.

Auf dem Regimentskrönungsball 1992 wurde Klaus Heinze für seine Verdienste um unseren Verein mit der höchsten Auszeichnung geehrt, die das Bilker Regiment zu vergeben hat. Ihm wurde aus der Hand unseres Chefs Franz Ketzer der Große Bilker Ehrenstern verliehen.

Im Jahre 1995 übergab Norbert Borrenkott die Hauptmannskette und die damit verbundene Bürde an unsern heute noch amtierenden Hauptmann Roland Bruckmann.

Das Titularfest 1996 brachte den Germanisten eine erneute Überraschung. Wieder einmal mussten wir zwei Kameraden für höhere Aufgaben abstellen, was man einerseits mit Stolz andererseits aber auch mit Bedauern hinnahm, weil damit die Stärke der Kompanie bei Umzügen weiter dezimiert wurde. Norbert Borrenkott wurde, nach Michael Kohn im Jahre 1994, zum 2.Regimentsadjutanten ernannt. Winfried Langerbeins wurde als Adjutant in die Standartengruppe berufen, in der unser Kamerad und bis dahin langjähriger Adjutant Otto Müller zum Major und Standartenträger befördert wurde.

Fast ein dreiviertel Jahrhundert war der „Dietze Jupp“ unsere Vereinsheimat. Auch nach dem Tode unseres Kameraden Josef Dietz im Jahre 1984 blieben wir bis zur Schließung 1995 diesem Bilker Traditionslokal treu verbunden.

Im Jahre 1997 feierte die Germaniafamilie Ihr lOOjähriges Bestehen.

Neben einem Hochamt in St.Martin, bei dem die neu angeschaffte Fahne geweiht wurde und dem anschließenden Empfang im Saal des Jugendheimes, war wohl wiedereinmal der Festzug ein Highlight des

Jubiläums. Hier wurde durch die Teilnahme unserer Frauen in historischen Kleidern ein Glanzpunkt gesetzt.

Auf dem Regimentskrönungsball 1998 wurde unserem Kameraden und langjährigem Vorstandsmitglied Heinz Hutmacher als zweitem Germanisten nach Maus Heinze der Große Bilker Ehrenstern verliehen.

Man möge uns zugestehen das wir mit Stolz erwähnen: viele aus unseren Reihen, die in diesem Bericht nicht erwähnt wurden, sind zu höheren Aufgaben, sei es bei den Stabsoffizieren oder gar in den großen Vorstand berufen worden, wo sie zum Wohle unserer Schützenideale arbeiteten und noch arbeiten.

Auch im 2.Jahrhundert seiner Geschichte wird die Germania versuchen, aus der für alle Vereine nicht immer glanzvolle Zeit das Beste zu machen und getreu dem Wahlspruch „Für Glaube, Sitte, Heimat“ weiter zu arbeiten und das Erbe unserer Vorfahren aufrecht zu erhalten und weiterzuführen. Nicht zuletzt verlangt diese Aufgabe von jedem einzelnen von uns, ganz gleich ob Vorstand- oder einfaches Mitglied, den vollen Einsatz in jeder Weise. Denn gerade in unserer schnelllebigen Zeit, wo manchem unser Brauchtum als veraltet und überholt erscheint, müssen wir beweisen, dass wir Schützen auch heute, oder gerade heute noch eine Berechtigung für unser Vereinsleben haben.

Allen gilt unser Dank, die bisher diesem Gedanken gefolgt sind und den Schützenrock überzeugt getragen haben. In diesem Sinne wollen wir weitermachen getreu dem Versprechen, welches wir unseren Vätern gegeben haben.

MiKo
 
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